Patientenbesuch Kiel

Veröffentlicht: 12.11.2021 Autor: Linus Thema: Hämophilie Tags: #Hämophilie#Bluter#Patientenbesuch

Patientenbesuch Kiel


Landeshauptstadt Kiel, morgens 10 Uhr. Tobias Albrecht öffnet die Tür und lässt uns in seine Studenten-WG. In seinem Zimmer setzen wir uns. Eine lange Kleiderstange trägt seine TShirts und Pullover, akkurat und säuberlich. An der Wand hängen Schallplatten oder Bilder von Musikern.

Albrecht wird erst seit Kurzem vom Haemo-Care-Team betreut. Lange wusste er nichts von seiner Hämophilie. Neunzehn Jahre lang, um genau zu sein. Dann riss er sich beim Fußballspielen den Meniskus, einen scheibenförmigen Knorpel im Knie. Schließlich sollte er operiert werden: „Ein ambulanter Eingriff, bei dem man sich nichts Böses dachte“, erzählt er. Die Operation glückte zwar, doch Albrecht verlor viel Blut. Trotzdem ließen ihn die Ärzte nach Hause. „Ich bin dann im Fahrstuhl umgekippt und ins nächste Krankenhaus gebracht worden.“

Auch dort ahnte man nichts Schlimmes. Doch Albrecht hatte einen Drainage-Schlauch im Knie – und verlor weiter Blut. Nach fünf Tagen sollte er nach Hause gehen. Dort wurde es allerdings nicht besser: „Das Knie ist irgendwann so dick geworden, dass Blut durch die Nähte kam. Da haben wir uns gedacht: Das kann ja nicht normal sein.“ Also ging es wieder ins Krankenhaus, diesmal in ein anderes. Man testete Albrecht auf Thrombose. „An Hämophilie denkt dann niemand.“

Schließlich entschlossen sich die Ärzte dazu, ein großes Blutbild zu erstellen. So eines hatte Albrecht in seinem ganzen Leben noch nicht bekommen. „Da hat man dann erkannt, dass mir Faktor 8 fehlt, und dass es Hämophilie ist. Da war ich 19 Jahre alt.“ Sein erster Gedanke war: „Wie konnte man das in 19 Jahren nie feststellen? Das war auch ein Schock für meine Eltern, weil sie mit mir bei so vielen Ärzten waren. Ich hatte immer Hämatome. Als Baby, als Kind. Und es wurde immer schlimmer. Eine kleine Druckstelle hat gereicht.“

Seitdem ist Albrecht in der Uniklinik Kiel in Behandlung, bei Herrn Dr. Bajorat. Vier Jahre lang fuhr er mit dem Roller oder dem Auto dahin, falls mal etwas war – seine leichte Hämophilie A erlaubt es, auf Prophylaxe zu verzichten. Spritzen lernte er in dieser Zeit nicht: „Es wurde immer gesagt: Wenn man die Diagnose früher erhält, lernt man das Spritzen schon als Kind. Du könntest es jetzt auch noch lernen, aber es ist schwieriger, da reinzukommen. Deswegen war der Respekt davor zu groß. Hätte ich gewusst, dass ich das doch so einfach lernen könnte, hätte ich das früher gemacht.“

Dr. Bajorat, Arzt in der Gerinnungsambulanz in Kiel, half ihm weiter und schlug ihm den Spritzenservice von HaemoCare at home vor: „Der hat sich dafür eingesetzt, dass ich diese Hilfe nach Hause bekomme, damit ich nicht immer zur Uniklinik fahren muss“, erzählt Albrecht. „Davon war ich begeistert. Es ist perfekt, wenn jemand zu dir nach Hause kommt, dir hilft, dich zu spritzen und es dir dann auch noch beibringen kann. Wenn es einen Service dafür gibt, kann ich das nicht ablehnen.“

Krankenschwester Susanne Wilk, Lead Nurse bei HaemoCare war erst drei Mal bei Albrecht. Es laufe aber schon gut, wie er sagt: „Ich würde das Spritzen inzwischen alleine hinbekommen. Ich glaube, ich bin schon relativ weit, dafür dass ich das jetzt erst zum dritten Mal mache.“ Am Ende der Strapazen wartet auf Tobias Albrecht die Unabhängigkeit – sie scheint nicht mehr so fern

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